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Fabricius, (Fabrith) Johann Conrad (2)
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6.3.1673 Kirchheim/Weinstr. - † 23.8.1722 Grünstadt. Metzgermeister Handelsmann und ab 1711 Oberschultheiß in Grünstadt; Sohn Johann Conrad (1) Fabricius und (°° 23.2.1664 Grünstadt) der Felicitas Politeia Gansert (Tochter des Conrad Gansert, Bürger zu Kirchheim) [Vgl. Billig: Johann Peter Fabricius; in: PRFK 2001, S. 452]. Fabricius kaufte 1698 und 1699 acht verschiedene Äcker und Wingerte etc., tätigte 1700/10 weitere 54 und 1710/18 nochmals 50 Grundstückskäufe. Er wurde am 25.8.1722 auf der Friedhof der Martinskirche beerdigt, sein Grabstein befindet sich heute an der Nordseite der Martinskirche Grünstadt. Laut Inschrift starb er an den Folgen eines Sturzes von der Rathaustreppe [Vgl. Billig: Johann Peter Fabricius; in: PRFK 2001, S. 452]. °° am 28.5.1696 in Grünstadt mit Anna Margarethe *Seitz (geb. 7.11.1676 err. Grünstadt - † 21.10.1750, beerd. 23.10.1750 Grünstadt, Tochter des Bürgers, Metzgermeisters, Viehhändlers und Ochsenwirts in Grünstadt, Hans Michael Seitz [1635/36 - † beerd. 6.1.1690]; °° II mit Johann Christian Graf) und der Anna Catharina Thoman (geb. 9 p. Trinit 1652 - † 1690, beerd. 1.12.1690; Tochter des Hans Henrich Thoman) [Vgl. Billig: Johann Peter Fabricius; in: PRFK 2001, S. 452]. Vater des Johann Peter *Fabricius. 1715-1717 klagt Fabricius gegen den Grafen Johann Friedrich Wilhelm von Leiningen-Westerburg vor dem Reichskam­mergericht Wetzlar wegen Forderungen und Behinderung beim Einsammeln übereigneter Einkünfte. Er macht einen eige­nen Anteil von 3650 fl. an einem Darlehen geltend, das der beklagte Graf u.a. für den Erwerb des Neuvillischen bzw. Kleinholtzi­schen Gutes in Monsheim und zur Auslö­sung verpfändeter Silberbergwerke von Fabricius und damaligen leiningischen Rat Joachim Friedrich Pfeil erhalten hatte. Der Beklagte Graf Johann Friedrich Wilhelm von Leiningen-Westerburg verpflichtete sich zur Zahlung von 6% Zinsen jährlich und gab als Unterpfand verschiedene Einkünfte. Von diesen kommt jedoch der Seckenhäuser Hof in andere Hände, die Einkünfte aus Ruchheim und Carbach unter fremder Jurisdiktion bleiben unergiebig. Aus Monsheim, Wachenheim/Pfrimm und Lautersheim kommen bis 1714 lediglich 2200 fl. ein. Die Darlehensgeber verweigern daraufhin eine Ver­längerung der Laufzeit des Darlehens. Die Dörfer Monsheim, Wachenheim und Lautersheim, die vor dem RKG mitbeklagt waren, verweigern die Zahlung und bedrohen die Sammler des Klägers bei dem Einsammeln der abgetretenen Einkünfte. Die im Kleinholt­zischen Gut eingesammelten Früchte, von denen dem Kläger Fabricius die Hälfte zusteht, wurden vom Amtsverweser fortgeschafft. Der beklagte Graf lehnt ein Hilfeersuchen des Klägers ab und soll „offenbar unter der Hand“ den Schultheißen der mitbeklagten Dör­fer Zahlungsverweigerung befohlen haben. Der beklagte Graf erhebt prozeßhindernde Einreden und verweist auf eigene Ansprüche gegen den klägerischen Compagnon Pfeil. Der Kläger Fabricius lehnt diese Vermischung gegen den nunmehr württembergisch (öttingischen [Vgl. LA Speyer Best. E6 Nr. 486]) Rat Joachim Friedrich Pfeil ab, der seinerseits vor dem Reichshofrat gegen beklagten Gra­fen prozessiere. Nach Bestätigung der Klägeri­schen Ansprüche durch das Reichskammergericht erklärt der beklagte Graf Parition und verspricht Erfüllung der klägerischen Forde­rungen [Vgl. LA Speyer Best. E6 Nr. 485]. Später vergleicht sich Graf Johann Friedrich Wilhelm von Leiningen-Westerburg mit dem Kläger auf Zahlung von 1000 Reichstha­lern, die dann Gegenstand eines weiteren, nach dem Tod des Fabricius († 1722) von dessen Witwe Anna Margarethe *Seitz vor dem Reichskammergericht angestrengten weiteren Prozeßverfahrens wurden [Vgl. LA Speyer Best. E6 Nr. 487]. 1720 klagt der Oberschultheiß Johann Conrad (2) Fabricius auch gegen Graf Christoph Christian von Leiningen-Westerburg und Rixingen wegen Darlehensforderung vor dem Reichskammergericht Wetzlar und beantragt auch einen Arrest in die Einkünfte des Beklagten in Bissersheim. Fabricius hatte zusammen mit dem damaligen leiningischen nunmehr öttingischen Rat Joachim Pfeil dem verstorbenen Grafen Johann Friedrich von Leiningen-Westerburg ein Darlehen auf dessen Einkünfte in Monsheim gegeben. Ebenso gab Pfeil dem beklagten Grafen Christoph Christian 2090 fl Darlehen auf dessen Einkünfte in Bissersheim. Graf Johann Friedrich verrechnete klägerische Forderungen mit eigenen Forderungen gegen Pfeil. Der Kläger Fabricius forderte daraufhin als Ersatz die Pfeil zustehenden Einkünfte in Bissersheim und beantragte beim RKG die Arrestierung der Einkünfte, bevor sie Pfeil außer Landes zieht [Vgl. LA Speyer Best. E6 Nr. 486]. Fabricius betrieb zusammen dem Grünstadter Bürger NN. Pimmel (°° mit Johanna Philippina „Pimmelin“ geb. Klein, Tochter des Johann Thomas Klein eine Gesellschaft („gemeine Traffique“) zum Brauen von Bier, Branntweinbrennen und Mästen von Vieh. Bei der Abrechnung habe Fabricius angeblich den NN. Pimmel, unter Beihilfe von leiningisch-westerburgischer Beamter in Grünstadt, mit denen er verwandt bzw. verschwägert war, benachteiligt. Dies behauptete zumindest Johanna Philippina Pimmel in einem Verfahren vor dem Reichskammergericht Wetzlar, wo sie gegen die Grafen Georg und Georg Hermann von Leiningen-Westerburg i den Jahren 1724-1727 geklagt hatte [Vgl. LA Speyer Best. Nr. 2313].

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